Skylux 70/700 Refraktor als Schulfernrohr -Testbericht

 

Das Linsenteleskop mit 70mm Öffnung und 700m Brennweite besitzt einen klassichen Fraunhofer- Achromaten als Objektiv. Je nach der Qualität des Einzelstücks kann man nahezu eine perfekte Optik haben oder auch eine verbesserungsbedürftige. Daran sind teilweise bauartbedingte Schwächen schuld, wie die zu fest sitzende allerdings aus Voll-Alu-Rohr bestehende relativ schwere Taukappe, sowie der aus Kunststoff bestehende Okularauszug mit (meist justierbedürftigem) Zenitspiegel.

Hinweise zur verbesserten Einstellungen des Geräts finden sich unten.

 



Die parallaktische Montierung ermöglicht "astronomisches" Arbeiten im so genannten Äquatorialsystem. Zwar ist grundsätzlich auch jedes azimutal montierte Fernrohr für schulische Zwecke geeignet, doch bietet die parallaktische Montierung die Möglichkeit, in der Oberstufe als gutes Beispiel für die Einführung der Koordinatensysteme zu stehen. Es sei jedoch nicht verschwiegen, dass dieser Montierungstyp eine gewisse Einstiegshürde auch für Lehrkräfte darstellt, so dass man um eine gründliche Lektüre der Anleitung nicht herum kommt.

Stunden- und Deklinationsachse lassen sich mit Handrädern verstellen. Ein Stundenantrieb kann nachgekauft werden, jedoch steht diese Investition in keinen Verhältnis zum Anschaffungspreis, der sich dadurch im Prinzip verdoppelt. Mechanisch ist die Montierung brauchbar, wenn auch, was das Schwingungsverhalten angeht, schon teilweise mit dem Refraktor überfordert.

 

 

Die Leistungsfähigkeit des Teleskops zeigt nebenstehendes Bild des zunehmenden Mondes. Es wurde ganz einfach dadurch aufgenommen, dass mit einer freihändig gehaltenen Digitalkamera ins Okular fotografiert wurde. Diese Methode heißt afokale Fotografie. Eine andere oft benutzte Methode ist die Okularprojektion, bei der eine Kamera ohne Objektiv hinter das Okular gesetzt wird.

Weitere Infos und Fotos finden sich hier:    Tipps zum Fernrohrkauf
Diskussionsforum Einsteiger Teleskope Ergebnisse und Erfahrungen Lidl-Teleskop-Tuning


FAZIT:

Vom Preis-Leistungsverhältnis her ist der Skylux-Refraktor unübertroffen und hat sich jetzt schon einen Platz in der "Ahnengalerie" der Einsteigerfernohre gesichert. Bedenkt man, wie viel man noch vor zwei Jahrzehnten für ein Teleskop ähnlicher Qualität hätte zahlen müssen, lässt sich die eine oder andere Schwachstelle verschmerzen.

Unredlich wäre es jedoch - wie es häufig in der öffentlichen Diskussion geschieht - die preiswerten Importgeräte herabzuwürdigen. Sie tragen in erheblichem Umfang dazu bei, dass sich Menschen dem Sternhimmel nicht nur mit den bloßen Augen ansehen. Ein großer Teil dieser Einsteiger wird von der Faszination der Astronomie gepackt und wird sich mit steigenden Lebensalter und wachsendem Geldbeutel auch andere "Instrumentenwünsche" erfüllen wollen.

Für Schulen, Lehrkräfte und Schüler ist es jedenfalls ein Einstieg, bei dem auf Grund des Preises nichts schiefgehen kann. Denn der Skylux kann einiges vertragen und führt keine "existentiellen" Finanznöte im Schuletat herbei.

 

Teil des Pakets ist die Astronomie-Software "Starry-Night" in einer älteren Bundle Edition. Gerade diese ist jedoch für Kindergärten und Schulen hervorragend geeignet, den Sternhimmel in pseudorealistischer Darstellung zu zeigen. Sie kann also idealerweise zur Vorbereitung eines Beobachtungsabends dienen. Allein diese CD ist schon einen großen Teil der Anschaffungskosten wert, denn Schüler und Lehrkräfte können in kürzester Zeit damit umgehen.